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18. Februar 2019

Die deutsche Berichtssaison hatte ja schon einige Hiobsbotschaften parat. In der vergangenen Woche gab es Zahlenwerke und Gewinnwarnungen, an denen der Markt zu beißen hat. Daimler und TUI zählten da zu den prominentesten Beispielen.

Wieder einmal konnten wir auf eine volatile, aber auch auf eine freundliche Handelswoche zurückblicken. Nach einem schwachen Start haben Anleger dann doch Aktien wiederentdeckt und den Deutschen Aktienindex in einer fast schon fulminanten Rallye um rund 3,6 % auf fast 11.300 Punkte ansteigen lassen. Aber auch der Dow Jones konnte mit einem Punktestand von 25.883 um rund 3,1 % zulegen. Aber Vorsicht: noch ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Denn das ifo-Weltwirtschaftsklima hat sich zum vierten Mal in Folge eingetrübt und ist auf einem Niveau angelangt wie zuletzt im Jahr 2011.

Demnach hat sich die Stimmung unter den 1.293 vom Münchener ifo-Institut befragten Experten aus 122 Ländern im 1. Quartal von Minus 2,2 auf Minus 13,1 Punkte verschlechtert, ebenso deutlich wie die Einschätzung der aktuellen Lage. Erst eine Lösung im Handelskonflikt könnte hier eine nachhaltige Besserung ermöglichen.

Die deutsche Wirtschaft ist im vierten Quartal 2018 nicht mehr gewachsen und innerhalb der Eurozone hat sich zuletzt Italien noch schlechter entwickelt. Zunächst scheinen die Zeiten, in denen die deutsche Volkswirtschaft Wachstumsmotor für Europa war, vorbei zu sein. Zwar könnte eine Lösung im US-chinesischen Handelsstreit kurzfristig beflügeln, aber auch in den USA wird die Wachstumsdynamik 2019 deutlich nachlassen.

Die deutsche Berichtssaison hatte ja schon einige Hiobsbotschaften parat. In der vergangenen Woche gab es Zahlenwerke und Gewinnwarnungen, an denen der Markt zu beißen hat. Daimler und TUI zählten da zu den prominentesten Beispielen.

Zollstreit und scheinbar kein Ende! Am Rande der letzten Verhandlungsrunde zum Handelsstreit hatte Trump erklärt, ein finales Abkommen müsse von ihm und von Xi selbst unterzeichnet werden. Ein erhofftes Treffen vor dem 1. März 2019 wurde leider dementiert. Damit verbleibt nur noch sehr wenig Zeit bis zur nächsten Zoll-Tirade. Ebenfalls noch ungeklärt ist weiterhin die Frage zum Brexit-Ausgang. Daraus resultiert weiterhin ein Niedrigzinsumfeld, und auch die Amerikaner können wohl die Angst vor steigenden Zinsen ad acta legen.

Was kommt dabei raus, wenn Politik versucht Wirtschaft zu machen? Richtig, dann wird es spannend. Wirtschaftsminister Altmaier hat löblicherweise ein Problem in der deutschen Wirtschaftspolitik erkannt. Das ist doch schon einmal ein guter Ansatz. Doch gut gedacht ist noch lange nicht gut gemacht. Denn während er versucht, über kleine, ja mini Subventionen ausländische Kapitalinvestitionen zu verhindern, wäre den deutschen Unternehmen wohl mehr damit geholfen, Anreize zu geben, intensiv zu forschen. Zudem sollte man interessante Projekte finanzieren und/oder steuerliche Vorteile anbieten. Das ist die Art der Wirtschaftspolitik, die geboten wäre. Wenn Deutschland in diesem Bereich nicht besser achtgibt, könnten wir ganz schnell den Anschluss an neue Technologien, wie zum Beispiel KI, verlieren.

Nicht den Anschluss verloren hat Gold. Denn der Goldpreis hat am Freitag einen wichtigen Break geschafft und die charttechnische Marke von 1.320,- USD je Unze von unten nach oben durchbrochen, die sich als sehr harte Nuss erwiesen hat. Laut Charttechnikern ist der Weg nun bis in den Bereich 1.380,- USD je Unze frei, also immerhin ein kurzfristiges Potenzial von 4,5 %. Auf dem Niveau der Vorwoche notiert der Silberpreis bei derzeit rund 15,80 USD je Unze. Ebenfalls keine nennenswerte Veränderung war beim Kupferpreis zu verzeichnen, der weiterhin im Bereich von 6.216,- USD je Tonne notiert.

Richtig freuen konnten sich Ölinvestoren und Unternehmen wie Saturn Oil & Gas. Denn auf Wochenbasis konnte der Preis der Sorte West Texas Intermediate (WTI) um rund 5 % zulegen.

Viele Grüße

Ihr

Jörg Schulte

 

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