Rohstoffbrief.com

22.03.2019

Rohstoffbrief.com fasst jeden Freitag die wichtigsten News aus der Welt des Mining und der Rohstoffe kompakt zusammen. Zu den Themen heute zählen unter anderem der Kupfer- und Goldmarkt, BHP, Glencore und Rio Tinto, der Nickelboom, Vale, Graphit, Edelstahl und Barrick Gold, die Ölindustrie und die Selbstzweifel der größten Mining-Nation der Welt.

Kanada: Angst um die Mining-Vormacht

Man sagt, dass Kanadier jedes zweite Rohstoff-Vorkommen der Welt entdeckt und etwa die Hälfte aller Minen auf diesem Planeten gebaut haben. Das Land ist mit großem Abstand die weltweite Nummer eins, wenn es um Mining geht. Doch die Stimmen werden lauter, die eine Erosion dieser Vormachtstellung befürchten. Das zumindest geht aus einer Studie der Mining Association of Canada hervor. Die Befürchtungen haben mit den Jobkürzungen bei Barrick Gold im Zuge der Übernahme von Randgold Resources zu tun, aber auch mit dem nun geplanten Joint Venture mit Newmont Mining in Nevada. Auch das dürfte die Zentrale in Toronto schwächen. Pierre Gratton, CEO der Mining Association of Canada, ruft daher die Regierung auf, mehr Anstrengungen zur Stärkung der Industrie zu unternehmen. In der Studie wird festgestellt, dass seit 2012 jedes Jahr die Investitionen in der Branche gefallen sind, während beispielsweise Verfolger Australien immer mehr Kapital anzieht. Aktuell steht die Mining-Industrie für 5 Prozent des BIP Kanadas, aber für etwa 19 Prozent der Exporte.

Öl-Nachfrage: Elektrobusse als stärkster Faktor

Noch leidet die Ölindustrie nicht unter dem Aufschwung von Elektrofahrzeugen. Die globale Nachfrage ist seit 2011 um 12 Mio. Barrell je Tag gestiegen, aktuell befindet sich der Ölpreis auf einem Vier-Monatshoch. Dennoch sollten die Konzerne vor allem die Elektrobusse ernst nehmen. Erst jüngst meldete die Megacity Shenzen, dass nun alle 16.000 städtischen Busse elektrisch unterwegs seien. Laut Bloomberg gab es Ende 2017 rund 385.000 Elektrobusse weltweit, 99 Prozent davon waren in China unterwegs. Das Wachstum sei ungebrochen, zumal auch in vielen anderen Ländern der Vormarsch der Elektrobusse anhalte. Bisher haben die EVs etwa 3 Prozent der Ölnachfrage ersetzt. Allerdings könnte der Anteil deutlich steigen. Laut Bloomberg stehen etwa 1.000 Elektrobusse für eine geringere Öl-Nachfrage von 500 Barrel pro Tag. Die gleiche Anzahl an Elektro-Pkw steht dagegen nur für 15 Barrel am Tag. Große Konzerne wie BP und Shell, aber auch die Internationale Energieagentur gehen dennoch davon aus, dass die Ölnachfrage bis 2040 kontinuierlich steigt – trotz des Booms der Elektrofahrzeuge.

So stirbt eine Goldmine

Die meisten Marktbeobachter gehen davon aus, dass die globale Goldproduktion ihren Höhepunkt bereits erreicht hat und in den kommenden Jahren sinken wird. Zu viele Minen schließen, zu wenig Neue rücken nach. Wer „Peak Gold“ einmal live erleben will, muss nach Montana. Dort betreibt Barrick Gold noch bis Mai dieses Jahres die Golden Sunlight-Mine. Sie ist weitgehend ausgebeutet. Aktuell wird noch etwas exploriert, um Gewissheit zu erlangen, ob es sich nicht doch nocht lohnt, die Schließung hinauszuzögern. Stand heute aber geht man davon aus, dass in zwei Monaten das letzte Erz verarbeitet wird. Auf Golden Sunlight arbeiten derzeit noch 55 Angestellte sowie 90 Kontrakter.

Defizit am Kupfermarkt bleibt erhalten

Die International Copper Study Group (ICSG) hat am Mittwochabend die Zahlen für den Kupfermarkt 2018 vorgelegt. Demnach belief sich das Angebotsdefizit auf 387.000 Tonnen. Dies war das höchste Defizit seit vier Jahren. Es war zudem mehr als viermal so hoch wie von der ICSG noch im Oktober prognostiziert. Der Grund für das hohe Defizit sei auf der Angebotsseite zu finden. Demnach falle das Angebotswachstum deutlich schwächer aus als erwartet, da es 2018 ungewöhnlich viele Ausfälle von Kupferschmelzen gab. Zudem war das Angebot an Kupferschrott rückläufig. Der von der ICSG für dieses Jahr erwartete Abbau des Angebotsdefizits – es soll fast vollständig verschwinden – ist laut den Analysten der Commerzbank nun fraglich. Die neue Einschätzung des ICSG wird es erst auf der Frühjahrstagung Anfang Mai geben. Dann müsste der Verband seine Prognose wohl revidieren, so die Commerzbank. Der chilenische Kupferriese Antofagasta ist da bereits einen Schritt weiter. Das Unternehmen rechnet für dieses Jahr mit einem Defizit von 100.000 bis 300.000 Tonnen. Wir haben die aktuelle Lage beim Kupferpreis unter die Lupe genommen. Sie finden unseren Text hier.

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